Die Jahreszahlen 2024 und 2025 stehen auf jeweils einem weißen Straßenschild und zeigen in unsereschiedliche Richtungen.

Auf die Halter und Nutzer der rund 48,5 Millionen zugelassenen Pkw in Deutschland kommt einiges an Veränderungen zu. So stehen neue Gesetze für 2025 genauso in den Startlöchern wie es Änderungen für Autofahrer geben wird, die eher dem Umfeld zuzurechnen sind.

Änderungen 2025 im Detail

Motorradreifen: alte Reifen sind verboten 

Wer an seinem Motorrad Reifen nutzt, die vor dem 31. Dezember 2019 produziert wurden, benötigt ab 2025 eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diese muss bei Kontrollen vorgelegt werden können, allerdings nur, wenn es sich um eine Herstellerfreigabe handelt. Für Reifen, die nach diesem Datum hergestellt wurden, gilt: Solange sie den Angaben im Fahrzeugschein entsprechen, ist keine Einzelabnahme erforderlich. Abweichende Reifen hingegen müssen durch eine Einzelabnahme bei TÜV, DEKRA oder einer anderen Prüforganisation genehmigt werden.

Frau steht vor einen Elektroauto und hält den Stecker vom Ladegerät in der Hand.

Ab 2023 reduzierte sich die Förderung für Elektroautos. Inzwischen wird die Quote durchgehend angehoben.

THG-Prämie: Belohnung für umweltfreundliches Fahren

Wer elektrisch fährt statt auf Benzin oder Diesel zu setzen, trägt zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Über die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Daher erhalten E-Autofahrer eine sogenannte THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote), die den Verzicht auf fossile Brennstoffe honoriert. Diese Quote ist handelbar und kann verkauft werden – die Prämie wird dann wie eine Belohnung an den Besitzer ausgezahlt.

Obwohl die Prämie in den letzten zwei Jahren deutlich gesunken ist, wird für das kommende Jahr eine Erholung erwartet. Da die THG-Quote bis zu ihrem geplanten Ende im Jahr 2030 kontinuierlich angehoben wird, ist ein langfristiger Anstieg bereits einkalkuliert. Für 2025 hat das Umweltbundesamt eine CO₂-Einsparung von 746 Kilogramm pro E-Auto festgelegt – rund 100 Kilogramm mehr als im Jahr 2024, was einem Anstieg von fast 15 Prozent entspricht.

Alpine-Symbol Pflicht bei Winterreifen

Seit Oktober 2024 gilt für den Einsatz von Winterreifen eine neue Regel: Bei winterlichen Straßenverhältnissen dürfen ausschließlich Winter- und Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol verwendet werden. Ältere Reifen mit der reinen "M+S"-Kennzeichnung sind unter solchen Bedingungen nicht mehr zulässig. Entsprechend sollten Sie vor dem Reifenwechsel die Winterreifen auf Zulässgkeit kontrollieren.

CO²-Steuer erhöht die Spritpreise

Seit 2021 wird auf Kraftstoffe wie Benzin, Diesel und Erdgas eine CO₂-Steuer erhoben. Diese Abgabe steigt jährlich und verteuert schrittweise sowohl das Autofahren mit Verbrennungsmotor als auch das Heizen mit fossilen Energieträgern. Ziel ist es, den Umstieg auf nachhaltige Energiequellen zu fördern.

Im Jahr 2025 wird die CO₂-Abgabe von derzeit 45 Euro auf 55 Euro pro Tonne CO₂ angehoben. Dadurch erhöhen sich die Preise für einen Liter Benzin voraussichtlich um rund 3 Cent, für einen Liter Diesel um etwas mehr als 3 Cent. Für das Jahr 2026 ist bereits eine weitere Erhöhung beschlossen. Ab 2027 soll der CO₂-Preis dann durch den Markt bestimmt werden, was derzeit keine absehbare Höhe hat.

Kfz-Versicherung: Beitragssteigerungen auch 2025

Auch im Jahr 2025 müssen Autofahrer mit steigenden Beiträgen für Haftpflicht- und Kaskoversicherungen rechnen. Laut der Verbraucherzentrale sind hierfür vor allem die anhaltende Inflation und die dadurch steigenden Reparaturkosten verantwortlich. Es wird erwartet, dass die Prämien für Kfz-Versicherungen um bis zu 20 Prozent ansteigen könnten. Fahrzeughalter sollten ihre Policen daher überprüfen und gegebenenfalls Tarife vergleichen, um Kosten zu optimieren.

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Einreise ins Vereinigte Königreich: Elektronische Genehmigung ab April 2025

Ab dem 2. April 2025 benötigen Reisende aus der EU eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA), um nach Großbritannien einzureisen. Dies betrifft alle privaten und geschäftlichen Reisen nach England, Schottland, Wales oder Nordirland.

Die ETA kann digital beantragt werden und kostet 11,85 Euro. Diese neue Regelung soll die Einreise formal vereinfachen und betrifft sowohl Kurzreisen als auch längere Aufenthalte. Es wird empfohlen, die Genehmigung rechtzeitig vor der geplanten Reise zu beantragen.

Intelligente Stromzähler für Haushalte 

Ab Anfang 2025 hat jeder Haushalt in Deutschland das Recht auf die Installation eines Smart Meters, eines sogenannten „intelligenten“ Stromzählers. Diese Geräte bieten detaillierte Einblicke in den Stromverbrauch und erleichtern es, Energiekosten zu überwachen und zu optimieren. Auch wenn das Smart Meter selbst nicht „denken“ kann, zeichnet es präzise Verbrauchsdaten auf und stellt diese in Echtzeit über eine Schnittstelle bereit. So wird transparent, zu welchen Zeiten besonders viel oder wenig Strom genutzt wird.

Vorteile für Großverbraucher und E-Autofahrer

Für Großverbraucher – wie E-Autofahrer – bieten Smart Meter besonders interessante Möglichkeiten: Sie erlauben den Zugriff auf dynamische Stromtarife, bei denen die Preise je nach Tageszeit variieren. Diese Tarife orientieren sich am Angebot an der Strombörse Leipzig. So können Besitzer von Elektroautos in günstigen Tarifzeiten gezielt laden und dabei erheblich Geld sparen.

Pflicht zur Installation für bestimmte Nutzergruppen

Für Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden oder Betreiber von Photovoltaikanlagen wird die Installation eines Smart Meters ab dem 1. Januar 2025 verpflichtend. Die meisten E-Auto-Besitzer dürften von dieser gesetzlichen Pflicht jedoch ausgenommen sein: Ein Verbrauch von 6000 kWh entspricht bei einem mittleren Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 Kilometern – ein Fahrprofil, das überwiegend Berufsfahrern entspricht. Private Nutzer, die ihr Elektroauto zu Hause laden, werden in der Regel unterhalb dieser Schwelle bleiben.

Änderung der Abgasnorm für Motorräder: Euro 5+

Ab 2025 tritt eine neue Euro-Homologationsnorm für Motorräder in Kraft, die alle Neuzulassungen betrifft. Ab diesem Zeitpunkt dürfen ausschließlich Motorräder zugelassen werden, die der Abgasnorm Euro 5+ entsprechen.

Die wichtigste Neuerung dieser Norm ist die Einführung des Onboard-Diagnose-Systems (OBD) II, das eine umfassendere Überwachung und Kontrolle von Emissionen ermöglicht. Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge die strengeren Anforderungen erfüllen, während Endverbraucher bei neuen Modellen von modernerer Technologie profitieren.

Abgasnorm für Autos: Euro 6e

Während die Einführung der Euro-7-Abgasnorm noch in der Zukunft liegt, steht Euro 6e bereits in den Startlöchern. Diese Norm wird in Stufen eingeführt: Ab 2025 gilt die zweite Stufe, Euro 6e (EB), zunächst für neu typgenehmigte Pkw-Modelle. Ab 2026 wird sie dann auch für neu zugelassene Fahrzeuge verpflichtend.

Für Endverbraucher hat dies vorerst keine direkten Auswirkungen, da sich die neuen Anforderungen zunächst auf Hersteller und Neuwagen beziehen.

Neues für Campingfahrzeuge

Ab dem 19. Juni 2025 gilt eine neue Pflicht für Wohnmobile und Wohnwagen: Die Flüssiggasanlagen an Bord müssen erstmalig verpflichtend überprüft werden. Während diese Kontrolle bisher nur eine Empfehlung war, wird sie nun gesetzlich vorgeschrieben.

Die Sicherheitsprüfung muss ab diesem Datum alle zwei Jahre durchgeführt werden. Ziel ist es, die Sicherheit im Umgang mit Flüssiggas zu erhöhen und potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. Campingfahrzeug-Besitzer sollten sich rechtzeitig um einen Termin für die Prüfung kümmern, um mögliche Bußgelder oder Nutzungseinschränkungen zu vermeiden.

Fazit

Wie jedes Jahr, stehen auch für 2025 einige Änderungen für Autofahrer an. Aber auch andere Verkehrsteilnehmer sind betroffen. Weitere Informationen zu den Änderungen für Autofahrer 2025 finden Sie beim ADAC.

Häufige Fragen

Was ändert sich für Autofahrer ab 2024?

Zusammengefasst: Elektroautos werden nicht mehr gefördert und die geplante Anpassung der CO² Bepreisung wird durchgeführt. Motorräder erhalten eine neue Abgasnorm 5+ und Handyblitzer werden ggf. bundesweit getestet.

Wird die Kfz-Steuer 2024 teurer?

Durch die Erhöhung der CO² Bepreisung erhöht sich die Kfz-Steuer 2024.

Kann ich mir jetzt noch einen Diesel kaufen?

Wenn Sie regelmäßig weite Strecken mit dem Auto zurücklegen, lohnt sich weiterhin ein Diesel. Durch die geringere Differenz des Dieselpreises zum Benzin in Vergleich zu den letzten Jahren und die höhere Kfz-Steuer müssen Sie nun weitere Strecken als vorher zurücklegen, damit sich der Diesel lohnt.